Amerika 1999 - Wolf Park Wolf Park Logo


Von Januar bis März 1999 habe ich im Wolf Park in Indiana ein Praktikum (Internship) absolviert.
 

Der Wolf Park wird von der North American Wildlife Park Foundation betrieben und wurde 1972 von dem Deutschen Dr. Erich Klinghammer gegründet. Zu Studienzwecken und für die Öffentlichkeitsarbeit werden dort Wölfe gehalten und erforscht. Der Park ist im Sommerhalbjahr für Besucher geöffnet, es finden Führungen Veranstaltungen und sogar eine Wolf-Bison-Demonstration statt. Im Winterhalbjahr können Besucher Samstagabends an einer "Heulnacht" teilnehmen.

Das Hauptrudel lebt unter semi-natürlichen Bedingungen in einem riesigen Gehege mit einem See und einer Insel darin. Zum Zeitpunkt meines Praktikums bestand es aus 9 Wölfen. Ältere Wölfe und solche, die aus anderen Gründen das Rudel verlassen mussten, leben überwiegen zu zweit in eigenen Gehegen. Neben Wölfen werden Füchse, ein Kojote und eine große Bisonherde gehalten.

Alle Wölfe werden handaufgezogen und erhalten auch nach Wiedereingewöhnung in das Rudel regelmäßig direkten Kontakt zu den Betreuungspersonen. Diese Art der Haltung hat mehrere Vorteile:

1. Die Wölfe haben keine Scheu vor Menschen, sie sind mit ihnen vertraut, so dass sie sich ohne Störung auch aus der Nähe beobachten lassen. Beobachter außerhalb des Geheges werden nach kurzem Blickkontakt ignoriert. Nichthandaufgezogene Wölfe würden dagegen weglaufen, sich verstecken, nicht ihr natürliches Verhalten zeigen und bei Anwesenheit von Menschen in Dauerstress geraten.

2. Bei medizinischen Eingriffen muß das Tier weder grundsätzlich betäubt werden, noch überhaupt in Stress geraten, da entsprechende Handgriffe vorher immer wieder trainiert wurden. Gebisskontrolle, Versorgung von Verletzungen, Verabreichen von Medizin oder Blutabnehmen stellt kein Problem dar.

3. Zu einigen Tieren können Besucher nach Absprache und unter Aufsicht dirkten Kontakt aufnehmen. Dies ist ein unglaublich eindrucksvolles Erlebnis und durchaus geeignet Menschen zum Schutz der Wölfe in freier Wildbahn zu motivieren.
 


Zur Paarungszeit der Wölfe wird besonders genau beobachtet, denn zu dieser Zeit kann es zu plötzlichen Veränderungen in der ansonsten recht stabilen Rangordnung kommen. Die letzten in der Hierarchie müssen sich jetzt sehr in Acht nehmen. Manchmal muß ein Tier sogar aus der Gruppe genommen werden, wenn es zu starken Aggressionen kommt und das betreffende Tier in der Natur abwandern würde. Es ist jedes Jahr wieder von großem Interesse, welcher Wolf der Vater der diesjährigen Jungen ist, wieviele Weibchen gedeckt wurden, ob die einjährigen Wölfinnen bereits läufig werden und wie sich generell die individuellen Beziehungen der Tiere zueinander ändern. Zu diesem Zweck wird das Rudel in "der heißen Phase" rund um die Uhr beobachtet. Hierzu sind mehrere Helfer nötig und so freut man sich im Wolf Park über Praktikanten aus aller Welt.

Karin zeigt sich gegenüber Seneca paarungsbereit

 
 
Sonnenaufgang  bei den Wölfen
Sierra Maja
Marion heult Karin die Alpha-Wölfin Orca Vega
Seneca und Miska Seneca der Alpha-Wolf des Rudels Was passiert da hinter mir? Chetan, vorletzter in der Rangordnung
Correy, der Rotfuchs Billy der Kojote Marion - Karins und Senecas 
Tochter vom letzten Jahr
Orca
mächtiger Bisonbulle
die Bisons haben viel Platz zur Verfügung Bisonherde überquert den Bach
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